Krafttraining – Geheimwaffe bei Diabetes
Krafttraining kann bei Typ-2-Diabetes einen wichtigen Beitrag zu besseren Blutzuckerwerten, mehr Muskelkraft und einem aktiven Alltag leisten. Doch wie oft sollte man trainieren, worauf sollte man achten und welche Übungen eignen sich auch für zu Hause? Entdecken Sie praktische Tipps, räumen Sie mit verbreiteten Mythen auf und erfahren Sie, wie Sie Krafttraining sicher und effektiv in Ihren Alltag integrieren können.
Sport ist Medizin – und das Beste daran ist:
Sie haben die Dosis selbst in der Hand! Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) empfiehlt mindestens 2-mal pro Woche ein moderates Krafttraining, das alle wichtigen Muskelgruppen anspricht. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, bauen Sie am besten auch gleich ein paar Gleichgewichts- und Koordinationsübungen ein, um Stürzen sicher vorzubeugen.
Es ist ganz einfach: Je mehr Muskelmasse Sie haben, desto mehr Energie und Zucker verbrennt Ihr Körper – und das sogar, während Sie auf der Couch entspannen! Regelmäßiges Training hat hervorragende Effekte:
- Bessere Werte: Ihre Zellen sprechen wieder besser auf Insulin an, wodurch Ihre Blutzuckerwerte sinken.
- Leichteres Abnehmen: Muskeln sind echte Fettverbrenner und unterstützen Sie effektiv bei einer Gewichtsreduktion.
- Starke Knochen: Sie wirken dem natürlichen Muskelabbau im Alter entgegen und schützen Ihre Gelenke, Sehnen und Knochen vor Osteoporose.
Mythen
Wissenswertes über Krafttraining
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Krafttraining – wie oft in der Woche?
Bei den Bewegungsempfehlungen für Erwachsene mit chronischen Erkrankungen (Diabetes) vom Fonds Gesundes Österreich werden, zusätzlich zur ausdauerorientierten Bewegung, an mindestens zwei Tagen pro Wochen muskelkräftigende Übungen empfohlen. Alle wichtigen Muskelgruppen sollen dabei trainiert werden.
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© GÖG/FGÖ
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Trainieren, aber richtig!
- Machen Sie je nach Trainingszustand pro Übung 3 Durchgänge mit jeweils 10 – 15 Wiederholungen. Beachten Sie dabei Ihren Blutdruck.
- Zwischen der Wiederholung sollten mind. 30 Sekunden Pause sein.
- Wählen Sie das Gewicht nicht zu leicht, damit das Krafttraining auch seinen Zweck erfüllen kann -> Muskelaufbau bzw. Muskelerhaltend.
- Achten Sie bewusst auf Ihre Atmung und vermeiden Sie Pressatmung.
- Lassen Sie sich das richtige Krafttraining am besten von einer Expertin bzw. einem Experten zeigen – dann kann nichts mehr schiefgehen. Erwähnen Sie in diesem Fall unbedingt, dass Sie Diabetes haben.
Tipp: Überlegen Sie sich, ob Sie ihr Training alleine oder lieber in einer Gruppe ausüben wollen. Wichtig ist es, Sie sollten Spaß dabei haben!
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Mögliche Fehlerquellen:
- Übertreibung (z. B. zu hoher Ehrgeiz – Muskeln benötigen auch eine Pause um sich zu erholen und zu wachsen)
- Falsche Durchführung und Technik (z. B. falsche Benützung von Trainingsgeräten)
- Ungeeignete Ausrüstung (z. B. zu leichte Hanteln -> zu geringer Trainingseffekt)
- Sport bei Infekten
- Bei Überanstrengung (Schmerzen, Atemlosigkeit, Schwindel, starkes Herzklopfen) das Training sofort abbrechen!
- Hypoglykämie (Unterzuckerung)
- Vor allem wenn Sie unter hohem Blutdruck leiden, sollten Sie Pressatmung unbedingt vermeiden!
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Aufwärmen nicht vergessen!
Bevor Sie mit dem Krafttraining beginnen, wärmen Sie Ihren Körper etwas auf, indem Sie z.B. auf der Stelle gehen und dabei die Knie möglichst hochheben, die Arme sollen dabei großzügig mitpendeln. Bei nicht stabilem Stand, können Aufwärmübungen auch im Sitzen durchgeführt werden.
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Essen nach dem Krafttraining
Die perfekte „Muskelnahrung“ nach dem Krafttraining
Nach dem Training haben Ihre Muskeln Hunger und sind besonders aufnahmebereit für Nährstoffe. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um den Körper gezielt zu unterstützen. Statt zu wahllosen Snacks zu greifen, hilft Ihnen die richtige Kombination aus drei Bausteinen dabei, den Blutzucker stabil zu halten und den Muskelaufbau optimal zu fördern:
- Die Basis – Hochwertiges Eiweiß für die Muskelreparatur
Ihre Muskeln benötigen nach den Übungen zügig (am besten innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden) Proteine, um sich zu regenerieren und zu wachsen. Eiweiß wirkt zudem sättigend und hat kaum Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Zum Beispiel: Ein Becher Topfen (gerne verfeinert mit etwas Zimt), ein hartgekochtes Ei, ein Stück Kräuter-Tofu oder ein Naturjoghurt sind ideale und schnelle Proteinquellen für unterwegs oder zu Hause. - Die Sattmacher – Komplexe Kohlenhydrate für leere Energiespeicher
Wenn das Training intensiv war oder der Hunger groß ist, dürfen Sie Proteine wunderbar mit Kohlenhydraten kombinieren. Wichtig für Menschen mit Diabetes: Greifen Sie zu komplexen Kohlenhydraten. Diese bestehen aus langen Zuckerketten, die vom Körper nur langsam abgebaut werden. Das liefert dauerhafte Energie ohne gefährliche Blutzuckerspitzen. Zum Beispiel: Kombinieren Sie den Topfen mit zwei Esslöffeln Haferflocken, essen Sie zum Ei eine Scheibe echtes Vollkornbrot (z. B. Roggenvollkorn) oder bereiten Sie sich einen kleinen Salat mit Linsen oder Kichererbsen zu. - Die Blutzucker-Bremser – Frisches Gemüse für die Ballaststoff-Power
Gemüse ist der heimliche Star auf dem Teller. Es liefert reichlich Vitamine, Mineralstoffe und wertvolle Ballaststoffe. Diese Ballaststoffe sorgen für eine langanhaltende Sättigung, einen langsameren Blutzuckeranstieg und sind darüber hinaus die perfekte Nahrung für die Darmflora. Zum Beispiel: Knabbern Sie zum Vollkornbrot mit Ei ein paar Gurkenscheiben, Radieschen oder Paprikastreifen. Auch gedünsteter Brokkoli, eine Handvoll Blattspinat oder Tomaten machen Ihre Mahlzeit komplett und halten den Blutzucker flach.
Ihr schneller Kombi-Teller für den Alltag: Wie sieht das in der Praxis aus? Bestreichen Sie eine Scheibe Vollkornbrot dick mit Kräutertopfen, legen Sie ein aufgeschnittenes Ei darauf und garnieren Sie das Ganze mit reichlich Snack-Tomaten und Gurken. Fertig ist das perfekte, diabetesfreundliche Post-Workout-Essen.
Wollen Sie etwas zum Mitnehmen? Mixen Sie 1/4l Buttermilch mit 1 Handvoll Beeren und 1 EL geschroteten Leinsamen und füllen Sie es in einen Thermosbecher – für den schnellen Eiweißkick unterwegs.
- Die Basis – Hochwertiges Eiweiß für die Muskelreparatur
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Fazit: Fangen Sie einfach an!
Sie müssen nicht gleich zum Profi-Sportler werden. Das Geheimnis eines gesunden Lebensstils liegt nicht in Perfektion, sondern in der Regelmäßigkeit. Beginnen Sie ganz entspannt: Vielleicht starten Sie heute Nachmittag nach einem kleinen Spaziergang mit einer kurzen Aufwärmrunde und ein paar sanften Kniebeugen an der Parkbank.
Denken Sie daran: Jede einzelne Muskelkontraktion hilft Ihrem Körper dabei, den Blutzucker besser zu verarbeiten. Sie haben es selbst in der Hand, Ihrem Diabetes die Stirn zu bieten – Schritt für Schritt, ganz in Ihrem eigenen Tempo.
5 Übungen für zu Hause oder unterwegs
Hier finden Sie ein paar einfache Übungen, die Sie gerne auch mit einer ausgedehnten Nordic Walking-Runde im Wald kombinieren können. Die Übungen lassen sich zum Beispiel auch mit (Park)bänken oder Baumstämmen gut durchführen.
Wichtig: Bevor Sie damit starten, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Rücksprache halten.
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Übung 1
Sessellift (Rumpf- und Armmuskulatur)
Ausgangsstellung
• Setzen Sie sich aufrecht an das vordere Ende eines Stuhls mit
Armlehne.
Durchführung
• Stützen Sie sich mit Hilfe der Arme vom Stuhl nach oben weg.© oegk -
Übung 2
Kniebeuge in Schrittstellung (Oberschenkelmuskulatur)
Ausgangsstellung
• Stehen Sie in einem großen hüftbreiten Ausfallschritt.
Durchführung
• Beugen Sie nun beide Beine, dabei nähert sich das Knie des hinteren Beines dem Boden an. Der Oberkörper bleibt aufgerichtet. Führen Sie die Übung auch mit dem anderen Bein vorne aus.© oegk -
Übung 3
Sitz-Stand (Oberschenkelmuskulatur)
Ausgangsstellung
• Stehen Sie hüftbreit.
Durchführung
• Beugen Sie die Knie und versuchen Sie sich langsam und kontrolliert auf einen Stuhl zu setzen. Versuchen Sie nun ohne Anhalten wieder aufzustehen. Ihr Gesäß berührt nur kurz die Sitzfläche.
Variante: Verzichten Sie auf die kurze Sitzpause am Sessel.© oegk -
Übung 4
Wand-Liegestütz (Rumpf- und Armmuskulatur)
Ausgangsstellung
• Stehen Sie hüftbreit, etwas mehr als eine Armlänge von der Wand entfernt. Stützen Sie Ihre Hände auf Schulterhöhe an der Wand ab.
Durchführung
• Bleiben Sie gerade wie ein Brett. Beugen und strecken Sie Ihre Ellbogen abwechselnd.© oegk -
Übung 5
Rücken zur Wand (Rücken- und Beinmuskulatur)
Ausgangsstellung
• Stehen Sie hüftbreit mit dem Rücken zur Wand. Die Füße befinden sich mindestens eine Fußlänge von der Wand entfernt.
Durchführung
• Beugen Sie die Kniegelenke, bis Ihr Gesäß die Wand berührt und richten Sie sich wieder auf. Die Wirbelsäule bleibt während der Bewegung gestreckt.© oegk