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Trend oder Schmäh? Tut „Superfood“ auch „supergut“?

Was ist dran an ständig neuem Trend-Superfood? Können die „Wunder-Lebensmittel“ halten, was uns manche dazu versprechen? Hier finden Sie einige hilfreiche Antworten.

14.11.2018 / Autor: Therapie Aktiv / Kategorie: Ernährung


Wundermittel Superfood

Als Wundermittel gepriesen, verspricht uns immer neues „Superfood“ in immer neuen Trendwellen wahre Wunder: Gesundheit, Energie und Schönheit, manchmal sogar die Linderung gesundheitlicher Beschwerden. Aber was ist „Superfood“ eigentlich genau und hält es was es verspricht?


Erst mal, „Superfood“ ist kein fachlicher Begriff. 

Sprich, es gibt auch gar keine offizielle Definition, was „Superfood“ konkret ausmacht bzw. welche Nahrungsmittel dazu gehören. Aktuell sind im „Superfood-Angebot“ unter anderem z.B. Acai Beeren, Chia Samen und Gojibeeren sprichwörtlich in aller Munde. Aber das Angebot wächst stetig und immer wieder werden neue Produkte angepriesen. Konsumiert werden sie zumeist in getrockneter oder gemahlener Form, z.B. als Beigabe zu Cerealien, Müslis, Joghurts sowie zum Knabbern oder Naschen. Manche kann man auch als Säfte, Drinks, Teeaufgüsse oder teils als Kapseln zu sich nehmen.



Hafermüsli mit Heidelbeeren, Rosinen, Marillen, Himbeeren, Mandeln. Daneben Glas Milch und Honig. © shutterstock Inc.

Meist sind es einfach spezielle bisher eher unbekannte, exotische Früchte, Beeren, Samen oder auch Algen und Tees, die (von Handel und Medien) zum „Superfood“ ernannt werden.

Eine „Super-Schwalbe“ macht noch keinen „Super-Sommer“. Ausgewogenheit und Vielfalt sind entscheidend! 

Oft wird der Eindruck vermittelt, dass diese „Superfoods“ normale Nahrungsmittel übertreffen und ein Muss sind, wenn man sich gesund ernähren möchte. Besonders hervorgehoben wird ihre Wirkung gegen oxidativen Stress und Entzündungen, dass sie das Immunsystem stärken, den Körper entgiften oder gar beim Abnehmen helfen sollen.  

Zweifelsohne enthalten sie Inhaltsstoffe, die für Ihre Gesundheit förderlich sein können. Allerdings finden Sie genau diese auch in heimischen Produkten. Außerdem kann kein Lebensmittel alleine eine Ernährung gesundmachen. Das schafft nur eine ausgewogene Auswahl an Nahrungsmitteln mit ihrer Vielfalt an Nährstoffen und ihren positiven Wechselwirkungen untereinander.

„Normal Food“: Auch mit heimischen Produkten gut versorgt.

Sowohl in ökologischer Hinsicht, aber auch bezüglich Frische und der möglichen Belastung durch Schadstoffe ist mit Sicherheit gut zu überlegen, ob man Lebensmittel aus weit entfernten Ländern heimischer regionaler und saisonaler Ware wirklich vorziehen muss.  

Denn die Palette österreichischer Nahrungsmittel ist reich an superguten und superwertvollen „Normalfoods“. Wir kennen sie unter ganz normalen Namen wie Karotte, Heidelbeere, Rote Rübe, Walnüsse oder Leinsamen. Aber sie stehen ihren exotischen Kollegen um nichts nach und wir bekommen sie ohne großen Aufwand und ohne weite Transportwege.  

Ein gutes Beispiel ist die heimische Heidelbeere, die der brasilianischen Acai Beere in ihrem Gehalt an Vitaminen und Antioxidantien absolut ebenbürtig ist.

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Das Gleiche gilt übrigens auch für den Omega-3-Fettsäuren-Gehalt von Leinsamen verglichen mit den Chia Samen. Und diese Reihe ließe sich auf jeden Fall noch beliebig lange fortsetzen. 

Und das Fazit der Geschichte: „Superfood – ja gerne – aber viel lieber aus heimischem, regionalem Anbau!“ 



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