Pressemitteilung

50.000. Patient bei „Therapie Aktiv“


Wien, am 28. April 2016. 

Vergangene Woche hat sich der 50.000. Patient in das Programm „Therapie aktiv“ eingeschrieben. Das Programm wurde von der Sozialversicherung ins Leben gerufen und richtet sich an Diabetikerinnen und Diabetiker, um ihnen ein längeres Leben bei guter Gesundheit zu ermöglichen. Die im Rahmen des Weltgesundheitstages 2016 veröffentlichten Entwicklungen und Erkrankungszahlen sind alarmierend und zeigen auf, wie wichtig es auch in Österreich ist, das Bewusstsein für Diabetes weiter zu schärfen.

 

„Wir können uns freuen, dass bereits 50.000 Menschen beim Diabetes-Programm „Therapie Aktiv“ mitmachen und damit aktiv etwas für die eigene Gesundheit und mehr Lebensqualität tun“, sagt Mag.a Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. „Gerade chronische Krankheiten wie Diabetes werden durch Lebensstil-Faktoren wie Rauchen, Ernährung und Sport massiv beeinflusst. Gemeinsames Ziel muss es sein, dieses Bewusstsein zu schärfen und möglichst vielen Menschen den hohen Wert einer positiven Lebensstil-Änderung näher zubringen. Genau dort setzt das Programm an.“ Bei „Therapie Aktiv“, das von der Sozialversicherung ins Leben gerufen wurde, steht die betroffene Person im Mittelpunkt und legt mit der betreuenden Ärztin/dem betreuenden Arzt realistische Ziele hinsichtlich einer Lebensstiländerung fest. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die optimale Blutzuckereinstellung, die Vermeidung oder Verzögerung von Folgeschäden und Spätfolgen wie Erblindung, Nierenversagen, Nervenschädigung und diabetisches Fußsyndrom, sowie die Senkung des Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos gelegt. Durch die kontinuierliche, abgestimmte Betreuung wird die Lebensqualität verbessert – ein längeres Leben bei guter Gesundheit wird dadurch ermöglicht.

 

Betreuung durch Allgemeinmediziner oder Internisten

„Das Programm bietet Sicherheit und Unterstützung in der Diabetesbetreuung. Es sorgt dafür, dass Menschen mit Diabetes die notwendige Betreuung bekommen, die sie brauchen, aber auch, dass alle erforderlichen Untersuchungen gemacht werden und nichts vergessen oder übersehen wird“, betont Mag.a Ingrid Reischl, Vorsitzende der Trägerkonferenz im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse. Und weiter: „Therapie Aktiv verbessert die Qualität der Versorgung und bietet eine zusätzliche Honorierung für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte.“

 

Angeboten wird „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ bei jeder Allgemeinmedizinerin/jedem Allgemeinmediziner oder Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin, die eine entsprechende (Online)Schulung absolviert und eine Vereinbarung mit der jeweiligen Gebietskrankenkasse abgeschlossen hat.

 

Problembewusstsein der Österreichischen Bevölkerung schärfen

Die im Rahmen des Weltgesundheitstags 2016 veröffentlichten Entwicklungen und Erkrankungszahlen rund um die Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2 sind alarmierend. Die aktuell rund 600.000 Betroffenen zeigen die Wichtigkeit des Themas auch für Österreich auf - die ÖDG spricht aber eines der Hauptprobleme immer wieder direkt an: „Die Zahlen steigen schneller, als das Problembewusstsein der Bevölkerung wächst“. Die Zusammenhänge von Lebensstil und Diabetes, aber auch von Diabetes und der oft tödlichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen werden noch immer zu wenig wahrgenommen, die zugrunde liegende Diabeteserkrankung noch immer zu leicht genommen.

Diesen fatalen Fehleinschätzungen können Menschen mit Typ-2-Diabetes jedoch einfach entgegentreten: Im Rahmen von „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ wird eine individuelle, strukturierte Diabetesbetreuung durch die Hausärztin/den Hausarzt bzw. eine Internistin/Internisten ermöglicht und gemeinsam daran gearbeitet, den Diabetes im Griff zu haben.

 

Evaluierung von „Therapie aktiv“ zeigt deutlichen Nutzen

Die Evaluierung der Medizinischen Universität Graz zeigt den Nutzen von Therapie Aktiv deutlich auf. In einer retrospektiven Kontrollstudie wurde eine um signifikante 35% niedrigere Mortalität bei im Rahmen des Programms betreuten Menschen mit Diabetes Typ 2 als bei nicht teilnehmenden Diabetikerinnen und Diabetikern festgestellt. Therapie Aktiv-betreute Patientinnen und Patienten waren tendenziell seltener und auch kürzer in stationärer Spitalsbehandlung. Die Studie zeigt demnach klar: Therapie Aktiv wirkt!

 

Weitere Informationen dazu gibt es online auf www.therapie-aktiv.at oder über die zuständige Gebietskrankenkasse:

Kontaktmöglichkeiten

  • Burgenländische Gebietskrankenkasse: Tel. 02682 608 2006
  • Kärntner Gebietskrankenkasse: Tel. 050 5855 5002
  • Niederösterreichische Gebietskrankenkasse: Tel. 050 899 3207
  • Oberösterreichische Gebietskrankenkasse: Tel. 05 7807 104817
  • Salzburger Gebietskrankenkasse: Tel. 0662 8889 1316        
  • Steiermärkische Gebietskrankenkasse: Tel. 0316 8035 1390
  • Vorarlberger Gebietskrankenkasse: Tel. 050 8455 1645
  • Wiener Gebietskrankenkasse: Tel. 01 60122 3800