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Typ-1-Diabetes

Bei dieser Form des Diabetes handelt es sich um den klassischen „Insulinmangel-Diabetes“. 

Er beginnt im Kindes- oder Jugendalter, meistens zwischen 6 und 15 Jahren.

Daher wird der Typ-1-Diabetes auch als „jugendlicher Diabetes“ bezeichnet. Es gibt aber auch Formen des Diabetes mellitus Typ 1,

die bei Erwachsenen auftreten (latent autoimmune diabetes in the adult = LADA).  

Typ-1-DiabetikerInnen sind ihr ganzes Leben lang auf eine Insulin-Therapie angewiesen.

Früher nannte man Typ-1-Diabetes daher auch „insulinabhängigen“ Diabetes. 


Ursachen

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen die insulinproduzierenden Beta-Zellen in den Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse oder gegen Insulin selbst bildet. Dadurch kommt es zu einer Entzündungsreaktion im insulinproduzierenden Gewebe der Bauchspeicheldrüse, was die Langerhans´sche Inseln im Verlauf mehrerer Monate oder Jahre zerstört. Sind 80-90 % davon zerstört, kommt es zum manifesten Diabetes. Die Ursache für diese Antikörperbildung ist bis heute weitgehend unbekannt. Vermutlich begünstigen eine erbliche Vorbelastung und Umweltfaktoren die Erkrankung.


Risikofaktoren

Erbliche und immunologische Einflüsse

Es gibt mehr als 100 bekannte genetische Faktoren, die Diabetes begünstigen. Es scheint dabei auch ein Zusammenhang zwischen Typ-2- und Typ-1-Diabetes zu bestehen. So haben Kinder und Enkel von Typ-2-DiabetikerInnen auch ein erhöhtes Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken.

Weitere mögliche Einflussfaktoren

  1. Mumps, Masern, Röteln u.a., die die Antikörperbildung mitverursachen oder fördern können.
  2. Zu kurze Stilldauer nach der Geburt.
  3. Zu frühe Gabe von Kuhmilch im Kindesalter.
  4. Zu frühe Gabe von glutenhaltiger Kost.
  5. Giftstoffe, wie z. B. Nitrosamine.


Studie

Studien von eineiigen Zwillingen zeigen, dass Typ-1-Diabetes seltener vererbt wird als Typ-2-Diabetes:

Während bei eineiigen Zwillingen fast immer beide von Typ-2-Diabetes betroffen sind, sind bei Typ-1-Diabetes nur etwa bei jedem dritten Zwillingspärchen beide erkrankt.

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Symptome

Frau blickt aus dem Fenster, © shutterstock Inc. Die häufigsten Symptome bei Diabetes mellitus Typ 1:

  • Ungewollte Gewichtsabnahme und Muskelschwäche
  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Übermäßiger Durst (Polydipsie)
  • Geringer Appetit und Gewichtsverlust
  • Trockene Haut und Mundtrockenheit
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen

Bei PatientInnen mit Typ-1-Diabetes entwickeln sich die Symptome charakteristischerweise im Laufe von nur wenigen Tagen bzw. Wochen (Monaten). Die Krankheit bricht meist plötzlich aus. Neben Symptomen, die durch erhöhte Blutzuckerwerte verursacht werden, können bereits zu Beginn der Erkrankung Komplikationen (z.B. diabetisches Koma) auftreten. Die Symptome können bei Diabetes Typ 1 rasch lebensbedrohend werden.


Diagnose

Generell lässt sich Diabetes durch wiederholte Messungen der Zuckerwerte im Blut oder durch Bestimmung des HbA1c-Wertes feststellen. Dies erfolgt in der Regel durch den Hausarzt oder einen Facharzt für Innere Medizin. Eine weitere Möglichkeit Diabetes festzustellen, ist der Glukosetoleranztest, mit dessen Hilfe man exakte Aussagen über den Nüchternblutzucker und den Werten, die zwischen den Mahlzeiten liegen, treffen kann. 


Therapie 

Bei der Behandlung des Typ-1-Diabetes muss das fehlende Insulin von Anfang an ersetzt und lebenslang von außen zugeführt werden. Ziel einer Insulintherapie muss es sein, diese sehr individuell zu gestalten und den Zeitpunkt und die Menge des Insulins möglichst genau dem Bedarf der PatientInnen anzupassen. Eines der wesentlichen Therapieziele in der Behandlung von Typ-1-Diabetes ist die Prävention und Vermeidung von Folgeerkrankungen und späteren Komplikationen. 


Bewegung

Frau und Mann beim laufen. © shutterstock Inc. Beim Typ-1-Diabetes ist Bewegung kein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Sport hat aber natürlich die gleichen positiven Wirkungen wie bei allen anderen: man fühlt sich fitter und kann beim Sport Stress abbauen. Zudem beugt Bewegung Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, für die auch bei Typ-1-Diabetes das Risiko erhöht ist.

Grundsätzlich gilt: Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 können jede Sportart ausüben, die sie möchten und auch an Turnieren und Wettkämpfen teilnehmen – vorausgesetzt, sie sind gut vorbereitet und wissen, wie sie ihren Stoffwechsel beim Sport einstellen müssen.

Unbedingt im Auge behalten!
Typ-1-DiabetikerInnen sollten beim Sport ein wachsames Auge auf ihre Blutzuckerwerte haben, da diese bei anstrengendem Training stark absinken können. Sie müssen vor dem Sport gegebenenfalls die Therapie anpassen – etwa indem sie weniger Insulin spritzen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu sich nehmen.

Ernährung

Blutzuckermessgerät zwischen Gemüseweckerl mit Radieschen, Schnittlauch und Sprossen. © shutterstock Inc. Wenn sie ihren Blutzuckerspiegel gut im Griff haben, können sich normalgewichtige Typ-1-DiabetikerInnen ganz normal ernähren. Wobei hier natürlich auch alle Regeln einer vielfältigen, ausgewogenen, gesunden Ernährung gelten - sprich: kalorienarm an den individuellen Bedarf angepasst essen.

Betroffene sollten in jedem Fall darauf achten, wie viele Kohlenhydrate in ihrem Essen sind, damit sie die passende Menge an Insulin spritzen und  Unterzucker oder zu hohe Werte vermeiden können. Das Gleiche gilt für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes, die auf Insulin angewiesen sind.