Foto: pixabay


Fit und gesund dank Pflanzenkraft



06.04.2020 / Autor: Therapie Aktiv / Kategorie: Gesundheitstipps


10 Gründe, auch nach der Fastenzeit weniger Fleisch zu essen

Besonders Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck und anderen Stoffwechselerkrankungen profitieren gesundheitlich enorm von diesem Vorsatz– und der Genuss? Der kommt natürlich auch nicht zu kurz!

Wir Österreicher sind „Fleischtiger“ - das lässt sich beim Blick ins Jausensackerl, auf die Speisekarte im Wirtshaus, beim Feiertagsmenü und unserer steirischen Osterjause nicht leugnen.

Beliebt ist Fleisch in Österreich seit eh und je. Waren es im 19. Jahrhundert noch 10 kg Fleisch pro Kopf und Jahr, sind es mittlerweile 65 kg Fleisch auf dem Teller jedes Einzelnen. Dass aus dem Sonntagsschnitzerl ein „täglich Brot“ geworden ist, hat enorme Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.


Zehn gewichtige Gründe, weniger Fleisch zu essen


Gerade, wenn Sie bereits von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht und gestörtem Purin- und Fettstoffwechsel betroffen sind, helfen Sie Ihrer Gesundheit damit wieder auf die Sprünge.

  1. Ihrer Herz- und Gefäßgesundheit zuliebe! Essen Sie weniger Fleisch und vor allem verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren, nehmen Sie automatisch weniger Cholesterin, gesättigte Fettsäuren und Salz zu sich. Dies wirkt sich günstig auf Ihre Blutfette und den Blutdruck aus und Sie können so eigenhändig Ihr Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, verringern.
  2. Pflanzeneiweiß für kräftige Muskeln und Nieren! Eiweiß, welches unser Körper zur Zellerneuerung benötigt, steckt in Fleisch, Fisch, Eiern und Milch. Aber auch in Pflanzen! Sowohl Linsen, Bohnen, Erbsen, Soja und Kichererbsen wie auch Vollkorngetreide und Nüsse liefern uns den lebensnotwendigen Nährstoff. Aber Achtung: Zuviel Eiweiß belastet unsere Nieren. Leiden Sie bereits unter Diabetes und Bluthochdruck, sollten Sie besonders Acht auf sie geben! Essen Sie deshalb häufiger pflanzliche Eiweißquellen anstatt Fleisch und Wurst. Diese enthalten Eiweiß in geringeren Konzentrationen und schonen Ihre Nieren.
  3. Zivilisationskrankheit Krebs den Kampf ansagen! Häufiger Fleischverzehr (mehr als 3 Portionen, also 300 – 450 g pro Woche) fördert die Entstehung von Krebs. Dies gilt vor allem für verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Geselchtes oder Speck, welches durch Salzen, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird. Senken Sie Ihren Fleisch- und Wurstverbrauch, tragen Sie aktiv zur Senkung Ihres Krebsrisikos bei.
  4. Entzündungen adé! Besonders Fleisch, Wurst, Innereien und tierisches Fett wie Schmalz enthalten bemerkenswerte Mengen der entzündungsfördernden Arachidonsäure. Genießen Sie stattdessen häufiger pflanzliche Lebensmittel und Fisch. So kann Ihr Körper Entzündungen entgegenwirken und Gelenke und Blutgefäße geschmeidig und fit halten!
  5. Antibiotika – nur wenn Sie es wirklich benötigen! Antibiotika werden massenhaft in der Tierhaltung eingesetzt. Die Entwicklung von Resistenzen gegenüber Antibiotika ist jedoch gefährlich, da Sie so Infektionen nicht mehr bekämpfen können. Schützen Sie sich davor und reduzieren Sie Ihren Fleisch- und Wurstverzehr!
  6. Her mit den pflanzlichen Gesundmachern! Wie der Name vermuten lässt, stecken sekundäre PFLANZENstoffe ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln. Sie verleihen ihnen Duft, Geschmack und Farbe. Dabei gilt „Je bunter, desto besser!“. Die Vitalstoffe entschärfen schädliche freie Radikale, wirken entzündungshemmend, stärken Ihre Abwehrkräfte und und und… Wenn das nicht Grund genug ist, mehr Platz am Teller für Gemüse und Co zu schaffen?
  7. Mehr von Ballaststoffen, den fas’rigen Alleskönnern! Verkleinern Sie Ihre tägliche Portion Fleisch oder Wurst, haben Sie mehr Raum für Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse und Hülsenfrüchte. Das lohnt sich, denn die enthaltenen Pflanzenfasern beugen der Entstehung von Dickdarmtumoren vor, steigern die Insulinwirkung, was besonders für Menschen mit Diabetes wichtig ist, fördern die Gefäßgesundheit und senken Ihre Cholesterinwerte.
  8. Umwelt und Tiere sagen Danke! Mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen, die die österreichische Landwirtschaft erzeugt, gehen auf das Konto der Nutztierhaltung. Mit einem fleischfreien Tag pro Woche können Sie bereits dazu beitragen, diese Bilanz zu verbessern.
  9. Mehr Vielfalt auf Ihrem Teller! Haben Sie Mut, neue Lebensmittel zu kosten, die kulinarische Welt hat noch so viel mehr zu bieten als Fleisch und Wurst!
  10. Genuss vorprogrammiert! Jeder Tag ist ein Tag, an dem wir genießen dürfen. Aber schätzen wir ein Lebensmittel nicht besonders dann, wenn es nicht täglich auf unserem Speiseplan steht? Also, kehren wir wieder zurück zum „Sonntagsschnitzerl“ oder „Weihnachtsbraten“, um Fleisch wieder zu etwas besonderem zu machen.

 

REZEPT: Bohnenaufstrich zur steirischen Brettljause (2 Portionen)

90 g rote oder weiße Bohnen (gekocht) pürieren, mit Salz, Pfeffer und 10 g Olivenöl abschmecken. Den Schnittknoblauch fein schneiden und in das Bohnenpüree einrühren.

TIPP für Experimentierfreudige Feinschmecker: Der Aufstrich passt hervorragend zur Osterjause, schmeckt aber auch auf Walnussbrot, eignet sich zum Füllen von Paprika, Paradeisern oder anderem Gemüse. Der g‘schmackige Ersatz für Wurst oder Leberaufstrich!


Julia Straßer, BSc (Diätologin)