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Diabetes und seelisches Wohlbefinden – Wie können Sie Leib UND Seele gesund halten?


06.04.2020 / Autor: Therapie Aktiv / Kategorie: Gesundheitstipps


Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer und die Stunden, in denen wir Sonne tanken können, nehmen ab. Um uns geistig für die lichtärmere Jahreshälfte zu wappnen, beleuchten wir passend zur Jahreszeit das Thema Diabetes mellitus Typ 2 und psychische Gesundheit genauer.


Psyche und Diabetes – Welche Zusammenhänge gibt es?


Die „Zuckerkrankheit“ und Depressionen sind enger miteinander verknüpft als oftmals angenommen. Personen, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind, haben immerhin ein 50 % höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken, als Menschen ohne Diabetes! Gleichzeitig sind depressive Menschen 6-mal stärker gefährdet, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes zu entwickeln.


Wie es um unser geistiges Wohlergehen steht und wie glücklich wir sind, ist ein tägliches „Auf und Ab“. Wie erholsam war Ihr Schlaf? Wie gut geht es Ihnen gesundheitlich? Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrer Haut? Sind Sie gerade zufrieden und satt oder eher hungrig und durstig? Wie hoch schätzen Sie Ihren Stresspegel ein? Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Erholung? Die Antwort auf diese Fragen übt großen Einfluss auf Ihre Laune und langfristig auf Ihre (psychische) Gesundheit aus. Die gute Nachricht ist, dass Sie den Großteil der genannten Faktoren zum Positiven verändern können! Besonders Schlafqualität, Gesundheitszustand, allgemeines Wohlbefinden, Stress, Erholung und Ernährungszustand haben Sie selbst in der Hand!


Sich fröhlich essen – funktioniert das?

Lebensmittel haben mehr Aufgaben, als nur leere Mägen zu füllen. Sie versorgen Organe, Muskeln, Gehirn und Zellen mit lebenswichtigen Nährstoffen. So wirkt sich die Entscheidung, was Sie essen und trinken auf Blutzuckerspiegel, Gehirnleistung, körperlichen Stress, Schlafqualität und Darmflora aus – und auf die Fähigkeit Ihres Körpers, Glückshormone zu bilden!

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Stärke zum Glücklich sein

Kohlenhydrate, enthalten in stärkehaltigen Lebensmitteln wie Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchten wie auch in zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Obst, Säften und Süßigkeiten, haben den größten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Was haben Blutzucker und Kohlenhydrate aber mit der psychischen Gesundheit zu tun? Unser Gehirn – der Sitz der Psyche! - benötigt Kohlenhydrate, um einwandfrei zu arbeiten und Konzentrationsvermögen aufrechtzuerhalten. Noch wichtiger ist die Tatsache, dass Kohlenhydrate für die Bildung von Serotonin (Glückshormon) unerlässlich sind. Dies erklärt auch aktuelle Erkenntnisse, dass Menschen, die einer stark kohlenhydratreduzierten Diät („Low Carb“) zum Abnehmen folgen, depressive Verstimmungen entwickeln können.

Bei der Auswahl der Kohlenhydrate gilt „Qualität vor Menge“. Forscher fanden heraus, dass hoher Zuckerkonsum Depressionen fördert! Gesüßte Getränke und Limonaden, Süßigkeiten und Mehlspeisen im Übermaß schaden Ihrem Körper und tun auch der Seele nichts Gutes.


GUTE LAUNE-TIPP:


Essen Sie täglich 4 Portionen Kohlenhydrate aus Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Kartoffeln und Getreidesorten wie Buchweizen, Hirse, Quinoa und Naturreis! Sie liefern langanhaltende Energie und B-Vitamine, Magnesium und Folsäure für Ihre Gehirn- und Nervenzellen.

Genießen Sie die „Starkmacher“ über den Tag verteilt zu den Hauptmahlzeiten – so unterliegt Ihr Blutzucker keinen starken Schwankungen und Ihr Serotoninspiegel bleibt konstant! Aber Achtung: Essen Sie die letzte Mahlzeit spätestens 3 bis 4 Stunden vor dem Schlafen gehen – so können Sie sich über Nacht bestens erholen.  Foto: pixabay






Pflanzliche Stimmungsmacher

Unverdauliche Pflanzenfasern, zu Unrecht „Ballast“stoffe genannt, sind kein Ballast sondern Balsam für Ihre Seele: Sie finden sich in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Sie unterstützen Ihren Organismus dabei, den Blutzucker stabil zu halten und Stress aufgrund zu hohen und niedrigen Blutzucker zu vermeiden. Ballaststoffe füttern außerdem gesunden Darmbakterien, die Stress reduzieren.


Die Superhelden unter den Ballaststofflieferanten sind:

  • Haferflocken: Sie verbessern die Insulinwirkung und machen länger satt!
  • Bohnen, Linsen, Kohl und Kichererbsen (der Name ist Programm!): Sie versorgen den Körper mit Galaktooligosacchariden und einer geballten Ladung Magnesium und B-Vitaminen, die Stress, Angst und depressive Stimmung lindern.

GUTE LAUNE-TIPP: Bauen Sie mind. einen pflanzlichen Stimmungsmacher zu jeder Mahlzeit ein! z. B. Haferbrei mit Obst zum Frühstück, gefüllte Zucchini mit Käferbohnen-Vogerlsalat zum Mittagessen, Kichererbsen-Aufstrich (Hummus) mit Vollkornbrot und Kresse zum Abendessen…

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Geballte Ladung Glücksgefühle!

Bereits Hippokrates riet uns Menschen, Nahrung als Medizin anzusehen. Betrachten Sie Gemüse und Obst als Ihr Gegenmittel für Stress und depressive Verstimmungen – Sie werden sehen, es wirkt!

Grünes Gemüse wie Blattsalat, Fenchel und Brokkoli lindert dank des hohen Gehalts an Folsäure und Magnesium depressive Symptome und verbessert Gehirnleistung und Nervenfunktion. Doch nicht nur grünes Gemüse hat es „in sich“: Je bunter Ihr Teller, desto besser! Obst und Gemüse, am besten regional und saisonal abwechslungsreich und frisch, liefert Ihrem Körper alles, was er benötigt, um fröhlich zu sein. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sind zudem ein effektives Mittel gegen Stress und freie Radikale im Organismus.


GUTE LAUNE-TIPP:  Verwöhnen Sie Ihren Körper und Geist jeden Tag mit 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst. Am besten gelingt dies, wenn Sie den Tag bereits mit einem „Vitaminkick“ aus z. B. Müsli mit Nüssen, geriebenem Apfel und Karotte starten und zu Frühstück, Mittag- und Abendessen Gemüse essen – roh oder gekocht, in Form von Salat, gedünstetem Gemüse, bunten Knabber-Gemüsestreiferl und und und… Foto: pixabay

 






Protein – Baustein allen Lebens

Eiweiß (Protein) ist in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte enthalten. Auch pflanzliche Lebensmittel wie Soja und Hülsenfrüchte – die, wie Sie ja bereits wissen, besonders nährstoffreich sind – sind wertvolle Eiweißlieferanten.

Eiweiß ist absolut lebensnotwendig: Unser Körper ist auf gewisse Bausteine des Eiweiß, sogenannte Aminosäuren, angewiesen, um Muskeln aufzubauen, Wunden zu heilen, seine Abwehrkräfte zu stärken und Glückshormone zu bilden. Naturbelassene Milchprodukte wie Joghurt, Milch, Topfen und Käse liefern Ihnen zudem Kalzium, welches Knochen stärkt und das Depressionsrisiko senkt.


GUTE LAUNE-TIPP:  Bauen Sie zu jeder Mahlzeit ein eiweißreiches Lebensmittel ein! Dies sättigt angenehm, unterstützt das Muskelwachstum und macht glücklich.


So laufen Sie „wie geschmiert“!

Fett ist neben Kohlenhydraten und Eiweiß genauso wichtig für unser Wohlergehen: Auch hier gilt „Qualität vor Menge“! Gesättigte Fettsäuren aus Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichten und Gebäck wie Krapfen, Croissants und Süßigkeiten benötigt unser Körper in nur kleinen Mengen, während er ungesättigte Fettsäuren aus Fisch sowie Nüssen, Samen, Kernen und daraus gewonnenen Ölen in höheren Mengen braucht. Wozu? Um Ihre Zellen elastisch zu halten, Entzündungen vorzubeugen und Sie zu „beglücken“! Zudem liefert fettreicher Meeresfisch Vitamin D, welches ebenso unverzichtbar für eine gesunde Psyche ist.

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GUTE LAUNE-TIPP:  Verfeinern Sie kalte Gerichte wie Salate mit kaltgepresstem Lein-, Hanf- oder Walnussöl. Möchten Sie nicht auf Ihr gewohntes Salatöl verzichten, mischen Sie es z. B. einfach mit einem der genannten Öle – so vereinen Sie gewohnten Geschmack mit gesundheitlichem Mehrwert!

 

Lebenselixier Wasser

Bereits geringe Dehydrierung verursacht schlechte Laune: Ausreichend trinken ist angesagt! Passend zur kalten Jahreszeit schmecken ungesüßte Früchte- oder Kräutertees, hausgemachtes Aromawasser mit Apfelspalten und Zimtrinde (siehe Rezept) oder einfach gutes, österreichisches Leitungswasser.

Zur Weinlese- und Erntezeit darf es gelegentlich auch ein Gläschen frischer Most oder Wein sein. Bedenken Sie aber bitte, dass Alkohol nicht umsonst ein Genussmittel ist! Gönnen Sie Ihrem Körper und Geist bewusst mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche und genießen Sie Alkohol mit Maß und Ziel.








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